Donnerstag, 5. September 2013

Brettgeflüster #3 - Der Widerstand

Artikel von Romconstruct

Worum gehts denn?

Große, mächtige Konzerne regieren die Welt, lenken die Geschicke der Politik und haben alles in ihren geldgierigen Pranken. Doch es gibt ein paar unbeugsame Aufständische die versuchen sich den Fesseln zu entziehen und die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Klingt wie Gegenwart meets Asterix meets Woodstock, ist aber falsch.

Nein bei Der Widerstand bewegen wir uns in einer Dystopie die so ein Bisschen zwischen typischem Cyberpunk und Equilibrium angesiedlet ist. Als Spieler übernimmt man dabei natürlich die Rolle der Unruhestifter, der Aufrührer. Man ist Teil des Widerstandes und will eine neue Weltordnung.

Wenn da nicht die Konzernspione wären die auch noch ihre Finger mit im Spiel haben.
Ähnlich wie auch schon in Werwölfe von Düsterwald geht es in Der Widerstand darum herauszufinden wer auf welcher Seite steht. Es ist ein sehr kommunikatives Spiel, bringt aber auch ein paar kleinere strategische Elemente mit sich.

Was ist drin?


Der Widerstand - Box

Für nicht mal 15€ erhält man eine nette kleine Box die vom Artwork her ein Bisschen an Battelstar Galactica erinnert. So zumindest meist die erste Assoziation bei der Betrachtung. Und der Boxtext verrät auch gleich, hier wird man seine vermeintlichen Freunde schnell als Verräter am Tisch kennenlernen.

In der Box findet man sowohl eine deutsche als auch eine englische Anleitung, was schon mal recht löblich ist. Zwar wäre es bei diesem Spiel nicht zwingend notwendig gewesen, da sich Regeldiskussionen kaum ergeben werden, aber für andere Publisher insbesondere im Tabletop oder LCG Bereich sei dies mal ein Hinweis: Das kann echt nützlich sein!

Weiterhin findet man die Missionskarten, die auch zugleich das Spielbrett darstellen. wobei hier "Brett" zuviel des Guten ist, denn es handelt sich um sehr dünne Pappkärtchen. Aber für 15€ geht das schon in Ordnung.


Der Widerstand - Missionskarte

An Missionskarten gibt es da ganze 3 Stück die jew. doppelt bedruckt sind und je nach Anzahl der Spieler. immerhin 5 bis 10, gewählt werden können.

Dazu kommen noch die Karten um den Spielern ihre Rolle, Widerstandskämpfer (blau) oder Spion (rot) zuteilen zu können.


Der Widerstand - Charakterkarten

Das restliche Spielmaterial besteht aus diversen dicken Papp-Markern, die meist nur kurzfristig zum Einsatz kommen. Dazu später mehr im Ablaufplan.

Kleine Box mit etwas Inhalt, eine Runde Sache und der erfahrene Spieler weiß gleich: hier gibts wenig Regeln zu erklären.

Was sagen die Regeln?


Der Widerstand - Regelheft

Das kleine DinA5 Regelheftchen hätte auch ein Zettel seien können. Aber irgendwo müssen ja auch ein paar Illustrationen hin. 

Gerede zwischen den Spielern ist jederzeit erlaubt, ja sogar erwünscht. In die Karten der Mitspieler gucken ist hingegen doof und nimmt dem Spiel den Spaß. Denn letztendlich geht es ja darum, sich wüst der Spionage zu beschuldigen bzw. sich aus den Beschuldigungen wieder rauszureden.

Das wars eigentlich auch schon. 


Wie geht es denn jetzt genau?

Gut etwas mehr bietet das Spiel dann schon. Zu Beginn werden die Charakterkarten verdeckt gemischt und gezogen. Danach schließen alle am Tisch auf Kommando die Augen, auf ein weiteres Kommando gucken sich die Spione an, Kommando drei wieder alle Augen zu und Kommando vier, alle Augen wieder auf.

Damit sind für die Spione die Fronten klar und der Widerstand steht planlos da und muss nun versuchen alles umzustürzen. Dazu wird zunächst ein Anführer festgelegt. Da dieser in jeder Runde reih um wechselt und sogar abgewählt werden kann, kann man sich hier ja noch ein nettes Auswahlverfahren ausdenken wie der erste Anführer festgelegt wird. Er bekommt dann einen tollen Papp-Marker zugeteilt, der seine hohe Verantwortung für die anstehende Runde ausweist.


Der Widerstand - Anführer Marker

Es ist nun die Aufgabe des Anführers eine Mission auszuwählen, Anfänger spielen einfach von links nach rechts auf der Missionskarte und Profis wählen frei aus, und dazu auch noch das Team das auf die Mission geschickt werden soll. Dabei gibt die Zahl der Mission an, wie viele Spieler teilnehmen dürfen. Und dann geht auch schon das Gerede los. Wem soll man vertrauen, wer verhält sich verdächtig? Denn nur ein Spion im Team genügt, um das Ganze Unternehmen zu einem Fiasko werden zu lassen.

Der Anführer verteilt also nach bestem Wissen und Gewissen "Waffen" an die Spieler, von denen er glaubt das sie loyale Widerstandskämpfer sind. Oder weil er ein Spion ist, wählt er seine Kollegen mit ins Team.


Der Widerstand - Waffen

Dann wird abgestimmt ob die Auswahl des Anführers dem Willen allen Spieler entspricht. Dazu werden Pro & Contra Kärtchen verteilt, von den Spielern gewählt und offen auf den Tisch gelegt.


Der Widerstand - Pro und Contra

Hier geht es ganz demokratisch zu und wenn es mehr Contra als Pro Stimmen gibt, wird der Anführer abgewählt und der nächste Spieler bekommt diese Rolle. Das geht so lange, bis ein Team von (vermeintlichen) Widerstandskämpfern gewählt wurde.

Die gehen nun auf ihre Mission, was hier bedeutet das sie je eine Erfolg-Karte und eine Fehlschlag-Karte vom Anführer bekommen. Eine davon müssen Sie dem Anführer verdeckt zurückgeben um den Ausgang der Mission zu bestimmen, die andere wandert verdeckt zurück in den Stapel. Dabei ist zu beachten das nur die Spione auswählen dürfen. Widerstandskämpfer müssen immer die Erfolgs-Karte nehmen.


Der Widerstand - Entscheidungskarten

Hat der Anführer alle Karten erhalten, mischt er diese verdeckt und deckt sie anschließend nacheinander auf. Im besten Fall sind alle Karten blau und die Mission war ein Erfolg. Ok für den Spielspaß ist es eigentlich besser wenn mindestens ein Fehlschlag dabei ist. Denn dann gehen die Beschuldigungen wieder fröhlich los.

Damit ist eine Runde abgeschlossen und es wird ein neuer Anführer gewählt und das Spiel geht seinen gewohnten Gang. Bis mindestens 3 Missionen erfolgreich waren, oder fehlgeschlagen sind. Denn gespielt wird best of five.


Der Widerstand - Spielfeld

Um dem Ganzen noch etwas mehr Spannung und Würze verleihen zu können, kann man auch noch Sonderkarten nutzen. Die führen dann dazu das man mal seinem linken Nachbarn in die Karten gucken darf, oder der Ausgang der Wahl eines Missionsteams manipuliert werden kann etc.


Der Widerstand - Sonderkarte

Wie ist deine Meinung zum Spiel?

Wer kurzweiligen "sozialen Interaktionsspielen" in geselliger Runde nicht abgeneigt ist, dem kann man Der Widerstand nur empfehlen. Eine Runde ist mit 5 Leuten in 20 bis 30min schnell abgehandelt und merkt schnell wer im Freundeskreis ein guter Lügner Schauspieler ist und wer nicht. Hier und da mal ein zwei Runden an einem lockeren Abend sind dabei immer mal drin. 

Ein leichter Wermutstropfen ist, dass die Spione es doch recht schwer haben zu gewinnen. Hier ist das Konzept nicht 100pro ausgeglichen. Durch die Sonderkarten kann man hier aber auch wieder passenden Einfluss nehmen.

Ein nettes Spiel zu einem fairen Preis für einen Abend in kleiner oder großer Runde ohne unnötig kompliziertes Regelwerk. Von mir gibt es dafür 4 von 5 Sternen.

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